Ratgeber · Welpe

Welpenernährung: Deinen Welpen im ersten Jahr richtig füttern

Ein Welpe zieht ein – und plötzlich stehen viele Fragen im Raum: Wie oft, wie viel und womit soll er gefüttert werden? Das erste Lebensjahr ist eine Phase mit hohem Wachstum und großen Veränderungen. Umso hilfreicher ist es, die Fütterung ruhig und aufmerksam zu begleiten.

In diesem Artikel erfährst Du, warum sich der Bedarf ständig verändert, wie ein guter Fütterungsrhythmus aussehen kann, woran Du eine passende Menge erkennst und wann Du tierärztlichen Rat einholen solltest.

Zuerst das Wichtigste

Welpen reagieren empfindlicher auf Futterpausen als erwachsene Hunde. Wenn Dein Welpe das Fressen verweigert und zusätzlich eines oder mehrere dieser Anzeichen zeigt, solltest Du nicht bis zum nächsten Tag warten, sondern frühzeitig Deine Tierarztpraxis kontaktieren:

  • wiederholtes Erbrechen oder deutlicher Durchfall
  • Mattigkeit, Schwäche oder auffälliges Zittern
  • ein harter, gespannter oder aufgeblähter Bauch
  • Dein Welpe trinkt nicht oder kann Wasser nicht bei sich behalten
  • starke Teilnahmslosigkeit oder ein ungewöhnlich ruhiges Verhalten
  • der Verdacht, dass Dein Welpe etwas Giftiges oder einen Fremdkörper aufgenommen hat
  • eine anhaltende Futterverweigerung über mehrere Mahlzeiten

Bei sehr kleinen Rassen und sehr jungen Welpen ist besondere Aufmerksamkeit angebracht. Bei ihnen können unter anderem Blutzucker und Kreislauf schneller instabil werden. Schon eine ausgelassene Mahlzeit in Verbindung mit Schwäche oder Zittern kann hier ein Grund sein, zeitnah tierärztlichen Rat einzuholen.

Ein aufmerksamer, aber nicht ängstlicher Blick hilft am meisten: Ein munterer Welpe, der einmal etwas weniger frisst, ansonsten aber normal trinkt, spielt und sich normal verhält, ist etwas anderes als ein Welpe, der teilnahmslos wirkt oder wiederholt erbricht. Im Zweifel gilt bei Welpen eher: lieber einmal zu früh nachfragen als zu spät.

Der Bedarf ändert sich fast wöchentlich

Ein Welpe wächst in Schüben. Was in der letzten Woche eine passende Menge war, kann heute schon zu knapp oder zu reichlich sein. Deshalb lohnt es sich, die Fütterung nicht ein für alle Mal festzulegen, sondern regelmäßig an die Entwicklung anzupassen.

Wichtig ist dabei das Ziel: Ein Welpe soll gleichmäßig und in Ruhe wachsen – nicht möglichst schnell. Ein zu schnelles Wachstum wird bei Hunden nicht als Vorteil gesehen. Es geht also weniger darum, den Welpen groß und kräftig zu „füttern", sondern darum, ihn stetig und ausgewogen zu begleiten.

Fütterungs-Rhythmus

Ein junger Magen kann noch keine großen Portionen auf einmal verarbeiten. Deshalb ist es sinnvoll, die Tagesmenge auf mehrere kleinere Mahlzeiten zu verteilen.

  • Biete das Futter über den Tag verteilt in mehreren kleinen Mahlzeiten an.
  • Als grobe Orientierung, nicht als starre Regel: in den ersten Monaten häufig etwa 3–4 Mahlzeiten täglich.
  • Mit zunehmendem Alter kannst Du die Anzahl der Mahlzeiten schrittweise reduzieren.
  • Feste Zeiten und ein ruhiger Platz geben vielen Welpen Orientierung.
  • Lass Deinem Welpen nach dem Fressen etwas Ruhe, statt direkt zu toben.

Die genaue Anzahl der Mahlzeiten hängt vom einzelnen Welpen, seinem Alter und seiner Entwicklung ab. Die genannten Werte sind eine Orientierung, keine feste Vorgabe. Wie die Umstellung von mehreren Mahlzeiten hin zu weniger Mahlzeiten für Deinen Welpen am besten passt, lässt sich gut in Ruhe abstimmen.

Woran Du erkennst, dass die Menge stimmt

Die Tabelle auf der Verpackung ist ein Ausgangspunkt, aber kein fester Beweis für die richtige Menge. Viel aussagekräftiger ist der Blick auf den Welpen selbst.

Ein hilfreicher Anhaltspunkt ist der Körperzustand: Die Rippen sollten unter einer leichten Fettschicht gut zu ertasten, aber nicht deutlich sichtbar sein. Genauso wichtig ist eine gleichmäßige Entwicklung über die Wochen. Wirkt Dein Welpe rundlich und schwer oder auffällig mager, ist das ein Anlass, die Menge in Ruhe zu überprüfen.

Nicht vergessen: Leckerlis und Kauartikel liefern ebenfalls Energie. Damit die Rechnung stimmt, sollten sie in die Tagesmenge eingerechnet und nicht zusätzlich obendrauf gegeben werden.

Welche Rolle spielt das Futter?

Für einen Welpen ist ein Alleinfutter gedacht, das „vollständig und für das Wachstum geeignet" ist. Es soll also alles enthalten, was ein heranwachsender Hund in dieser Phase braucht. Ob und welches Futter im Einzelfall passt, hängt vom jeweiligen Welpen ab.

Bei großen und sehr großen Rassen lohnt sich besondere Aufmerksamkeit. Ein für sie geeignetes Welpenfutter ist hier hilfreich, weil zu viel Energie oder Calcium und ein dadurch zu schnelles Wachstum die Gelenkentwicklung belasten können. Das ist ein Bereich, den Du am besten mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt und gegebenenfalls dem Züchter im Detail besprichst.

Wenn ein Futterwechsel ansteht, ist ein sanfter, schrittweiser Übergang meist am verträglichsten. Der neue Anteil wird nach und nach erhöht, während der gewohnte Anteil langsam zurückgeht. So bekommt der empfindliche Welpenmagen Zeit, sich umzustellen.

Gerade am Anfang schleichen sich leicht ein paar typische Fehler ein:

  • Zu viele Extras: Leckerlis, Kauartikel und Trainingshäppchen summieren sich schnell. Sie sollten in die Tagesmenge eingerechnet werden, damit Dein Welpe nicht ungewollt zu viel bekommt.
  • Zu schneller Futterwechsel: Ein abrupter Wechsel kann die Verdauung durcheinanderbringen. Sanfte, schrittweise Übergänge sind für den empfindlichen Welpenmagen meist verträglicher.
  • Zu früh auf Erwachsenenfutter: Ein Welpe hat andere Bedürfnisse als ein ausgewachsener Hund. Ein zu früher Wechsel auf Erwachsenenfutter kann dazu führen, dass das Futter nicht mehr zur Wachstumsphase passt.

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Was Du zuhause beobachten kannst

Deine Beobachtungen helfen Dir, die Entwicklung Deines Welpen gut einzuschätzen. Sie sind auch für die Tierarztpraxis oder eine spätere Futterberatung wertvoll.

  • Wie entwickelt sich Dein Welpe? Nimmt er gleichmäßig zu oder wirkt die Entwicklung sprunghaft?
  • Lässt sich der Brustkorb ertasten? Die Rippen sollten unter leichtem Fell- und Fettpolster spürbar, aber nicht deutlich sichtbar sein.
  • Wie viel bekommt Dein Welpe wirklich? Notiere neben den Mahlzeiten auch alle Leckerlis, Kauartikel und Essensreste.
  • Wie ist der Kot? Verändern sich Häufigkeit, Farbe oder Konsistenz über mehrere Tage?
  • Ist Dein Welpe munter, verspielt und interessiert – oder auffällig ruhig, schwach oder zurückgezogen?
  • Wie gut verträgt er das aktuelle Futter? Achte auf Appetit, Verdauung und allgemeines Wohlbefinden zusammen.

Du möchtest die Fütterung Deines Welpen überprüfen lassen?

In der kostenlosen Futterberatung schauen wir gemeinsam auf:

  • Alter, Rasse und bisherige Entwicklung Deines Welpen
  • tägliche Futtermenge und zusätzliche Snacks
  • Fütterungsrhythmus im Alltag
  • Verträglichkeit und Fressverhalten
  • ob und welches Futter zur aktuellen Wachstumsphase passt

Zusätzlich kannst Du den kostenlosen Napf-Check nutzen. Dabei erhältst Du eine verständliche Einschätzung, welche Punkte bei der aktuellen Fütterung auffallen und wo eine Anpassung sinnvoll sein könnte.

Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Du erhältst in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Rückmeldung.

Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen zur Welpenernährung und zur Fütterung im ersten Lebensjahr. Er stellt keine Diagnose, medizinische Beratung oder Aussage über die Wirkung eines bestimmten Futters oder Produktes dar. Bei anhaltender Futterverweigerung, gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheit wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.